Kalligrafie und Handlettering am Mac: so geht’s
Seite einrichten
Wähle im Fenster „New Canvas“ eine Vorlage wie „Portrait“ und unter „Surface“ eine Oberfläche wie „Fine Paper“ oder „Kraft“. Klicke dann auf „Create Canvas“.
Hilfslinien zeichnen
Drücke U, wähle im Menü „Shapes“ den Eintrag „Line“ und nimm das blaue Farbfeld. Halte beim Ziehen ⇧ gedrückt, damit jede Grundlinie waagerecht bleibt; die Linien landen auf einer eigenen Ebene.
Die Feder wählen
Klicke in der Werkzeugpalette auf „Pen & Ink“ (Stift & Tusche) oder drücke N. Klicke dann erneut, um die Variantenleiste zu öffnen, und wähle „Calligraphy“. „Ballpoint“ ist gratis; „Calligraphy“, „Fountain“ und „Brush Pen“ gehören zu Pro.
Größe und Glättung einstellen
Klicke auf „Tool Options“ (Werkzeugoptionen), stelle „Size“ ein und erhöhe „Steady“ für ruhigere Kurven. Mit [ und ] änderst du die Federgröße zwischen den Wörtern.
Mit dem Federwinkel schreiben
Nimm das schwarze Farbfeld und schreibe langsam: Striche entlang der Federkante werden dünn, Striche quer dazu dick. Mit einem Grafiktablett machst du einen Strich durch stärkeren Druck breiter.
Hilfslinien ausblenden und exportieren
Öffne über die Symbolleiste die Seitenleiste „Studio“, klicke mit der rechten Maustaste auf die Ebene mit den Hilfslinien und wähle „Hide Layer“. Wähle dann File ▸ „Export as PNG…“: Ausgeblendete Ebenen und das Papier bleiben weg, der Hintergrund wird transparent.
Eine Kalligrafie-App für den Mac mit flacher 45°-Feder
Paint My gibt dir eine echte Breitfeder für digitale Kalligraphie. „Calligraphy“ hat eine flache Spitze im 45°-Winkel: Ein Strich entlang der Federkante wird zur Haarlinie, ein Strich quer dazu zur Linie in voller Breite. Der Kontrast entsteht durch die Richtung, auch mit der Maus.
Fürs Lettering empfiehlt sich ein Grafiktablett: Stärkerer Druck macht den Strich zusätzlich breiter. Der Winkel ist an die Leinwand gebunden, nicht an den Bildschirm. Drehst du die Leinwand mit zwei Fingern auf dem Trackpad, so wie du ein Blatt Papier drehst, dreht sich die Feder mit. ⌥⌘0 richtet die Leinwand wieder gerade aus.
Frische Tusche glänzt und zeigt nach dem Trocknen ihre echte Farbe; der Glanz landet nie in deinen Exporten. Vergleiche alle Stifte bei den digitalen Pinseln der Familie Stift & Tusche.
Brush Lettering digital mit dem Brush Pen
Fürs Brush Lettering nimmst du „Brush Pen“. Seine ovale Spitze dreht sich mit deinem Strich, und der Druck bestimmt die Größe: Bei Abstrichen drückst du fester, bei Aufstrichen leichter. Mit der Maus zeichnest du immer mit vollem Druck, deshalb bleibt die Linie dann gleich stark.
Zum Zeichnen mit dem Füller bietet Paint My „Fountain“: eine kleinere ovale Spitze, die dem Strich folgt, ihre Größe mit dem Druck ändert und auf Neigung reagiert. Mehr über Druck und Neigung erfährst du in der Anleitung zum Zeichenprogramm für Grafiktablett.
Lettering mit dem Keilspitz-Marker
Der Marker „Chisel“, gratis enthalten, hält seine Spitze im 45°-Winkel, ignoriert aber den Druck: Dick und dünn entstehen nur durch die Strichrichtung, mit der Maus wie mit dem Stift. Seine durchscheinende Tinte wird dort dunkler, wo sich Striche kreuzen, wie bei einem Marker auf Papier.
Mit Pro halten auch „Dual Tip“ und „Alcohol Blend“ den 45°-Winkel: Der Druck ändert bei „Dual Tip“ die Größe und bei „Alcohol Blend“ den Fluss.
Handlettering digital – von der Skizze bis zur Tusche
Paint My hat kein Textwerkzeug, jeder Buchstabe entsteht von Hand: Es ist eine Handlettering-App für den Mac, kein Werkzeug für Schriftarten. Skizziere die Wörter zuerst mit „HB Graphite“ und ziehe sie dann mit Tusche nach. Jedes neue Werkzeug und jede neue Farbe legt eine eigene Ebene an (bis zu 3 Ebenen pro Bild in der Gratisversion), sodass du den Bleistift danach ausblenden kannst.
Für Bleistiftentwürfe lies die Anleitung zur Skizzen-App für Mac. Du hast auf Papier angefangen? Dann kannst du deine Zeichnung mit dem iPhone digitalisieren und sie am Mac mit Tusche nachziehen.
Welche Lettering-Werkzeuge sind gratis?
- „Ballpoint“, der Marker „Chisel“, „HB Graphite“ für Entwürfe und alle drei Radiergummis.
- Pro bringt „Calligraphy“, „Fountain“, „Brush Pen“, „Dual Tip“ und „Alcohol Blend“ dazu.
- 3 Ebenen und 50 Rückgängig-Schritte; mit Pro ohne Ebenenlimit und ohne Limit bei den Rückgängig-Schritten.
- Jeweils eine geöffnete Leinwand, eine Palette mit fünf Farben, alle 8 Oberflächen und jeder Export.
Fragen
Kann man am Mac Kalligrafie schreiben?
Ja. Paint My ist eine native Mac-App mit der Feder „Calligraphy“, fest im 45°-Winkel, dazu „Brush Pen“, „Fountain“ und „Chisel“ fürs Lettering. Sie ist ein kostenloser Download für macOS 14 Sonoma oder neuer; „Ballpoint“ und „Chisel“ sind gratis, die anderen Lettering-Stifte gehören zu Pro.
Brauche ich für digitales Lettering ein Grafiktablett?
Ein Grafiktablett wird empfohlen, weil der Druck bei „Calligraphy“, „Fountain“, „Brush Pen“ und „Ballpoint“ die Größe ändert. Mit der Maus zeichnest du immer mit vollem Druck, und die 45°-Feder erzeugt trotzdem dicke und dünne Striche durch die Richtung.
Welcher Pinsel eignet sich für Brush Lettering?
Nimm „Brush Pen“ aus der Familie „Pen & Ink“. Seine Spitze folgt deinem Strich, und der Druck ändert die Größe: Drücke bei Abstrichen fester und bei Aufstrichen leichter. „Brush Pen“ gehört zu Pro.
Wie entstehen dicke und dünne Striche?
Bei „Calligraphy“ und den 45°-Markern hält die Spitze ihren Winkel: Ein Strich entlang der Kante wird dünn, einer quer dazu dick. Bei Varianten mit Drucksteuerung wie „Brush Pen“ wird die Linie breiter, wenn du mit dem Grafiktablett stärker drückst.
Gibt es ein Textwerkzeug fürs Lettering?
Nein. Paint My hat weder ein Textwerkzeug noch Schriften, du zeichnest also jeden Buchstaben von Hand, mit Stift, Marker oder Pinsel.
Kann ich Lettering mit transparentem Hintergrund exportieren?
Ja. File ▸ „Export as PNG…“ lässt das Papier und alle ausgeblendeten Ebenen weg, blende deine Hilfslinien also vorher aus. Jeder Export ist gratis.
Die App-Oberfläche ist auf Englisch. Menü- und Werkzeugnamen zitieren wir so, wie sie in der App stehen.